Fake-Kryptowährungsgeschäfte – Fallzahlen steigen wieder
Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum oder Solana üben auf viele Anleger eine große Faszination aus. Die Aussicht auf hohe Renditen und schnelle Gewinne lockt Menschen in Investitionen, die sie oft selbst kaum durchschauen. Genau darauf haben es Betrüger abgesehen. Seit Jahren steigt die Zahl der Fälle, in denen Kriminelle über soziale Netzwerke, Messenger-Dienste oder Dating-Apps gezielt Kontakt zu potenziellen Opfern aufnehmen. Wir beschäftigen uns bei LSS Rechtsanwälte seit mehr als 10 Jahren mit diesem Betrugsphänomen. Experten nennen diese Betrugsvariante „Plattformbetrug“.
Die Täter bauen zunächst Vertrauen auf. Sie geben sich als erfolgreiche Investoren, Finanzberater oder angebliche Mitarbeiter renommierter Kryptobörsen aus. Die Kommunikation wirkt professionell, freundlich und oft sehr persönlich. Sobald das Vertrauen hergestellt ist, werden die Opfer zu angeblich lukrativen Investitionen überredet. Häufig beginnen die Einzahlungen mit relativ kleinen Beträgen, etwa 250 oder 500 Euro. Schon kurze Zeit später präsentieren die Täter gefälschte Screenshots oder vermeintliche Kontostände, die spektakuläre Gewinne zeigen sollen. Diese ersten angeblichen Erfolge dienen allein dazu, die Opfer zu weiteren, deutlich höheren Zahlungen zu bewegen.
In Wahrheit handelt es sich bei diesen „Investitionen“ um reine Scheingeschäfte. Es werden keine echten Kryptowährungen gekauft, keine seriösen Handelsplätze genutzt und keine realen Renditen erwirtschaftet. Stattdessen landet das Geld direkt bei den Betrügern. Besonders perfide ist, dass die Täter bei Auszahlungswünschen plötzlich weitere Gebühren, Steuern oder Sicherheitsleistungen verlangen. Viele Betroffene überweisen dann erneut große Summen, weil sie hoffen, ihre vermeintlichen Gewinne endlich ausgezahlt zu bekommen. Doch eine Auszahlung erfolgt so gut wie nie.
Die Schäden sind immens. Immer wieder verlieren Betroffene ihr gesamtes Erspartes oder nehmen sogar -mit Hilfe der Täter- Kredite auf, um weitere geforderte Zahlungen leisten zu können. Laut dem Krypto-Kriminalitätsbericht von Chainalysis wurden im Jahr 2024 weltweit rund 2,2 Milliarden US-Dollar durch betrügerische Kryptogeschäfte erbeutet. Allein in Deutschland häufen sich die Fälle ebenfalls spürbar. So berichtete die Kriminalpolizei Düren Anfang 2025, dass in nur drei Wochen sechs Anzeigen wegen Kryptobetrugs eingegangen seien, mit Gesamtschäden im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Auch die BaFin warnt regelmäßig vor unseriösen Plattformen. Im Juni 2025 warnte sie beispielsweise vor betrügerischen Anbietern wie „Quantum AI“ oder „Cryptex-vip.com“, die mit angeblichen KI-Trading-Bots werben, tatsächlich aber keinerlei Zulassungen besitzen.
Ein weiteres Problem stellt die bestehende Lücke im Zahlungsverkehrssystem dar. Viele Zahlungen werden per Überweisung auf europäische IBAN-Konten vorgenommen, die von den Tätern kontrolliert werden. Bisher erfolgt dabei keine automatische Überprüfung, ob der Name des Kontoinhabers tatsächlich mit dem Empfängernamen übereinstimmt. Diese Lücke wird erst ab November 2025 durch einen verpflichtenden Abgleich von Name und IBAN geschlossen werden. Ob dies den Betrug wesentlich eindämmen kann, bleibt abzuwarten.
Die rechtliche Durchsetzung von Ansprüchen ist oft schwierig, insbesondere wenn die Täter im Ausland sitzen und ihre Identität geschickt verschleiern. Dennoch gibt es in Einzelfällen Möglichkeiten, Gelder zurückzufordern oder Banken beziehungsweise Zahlungsdienstleister in die Verantwortung zu nehmen. Wichtig ist dabei schnelles Handeln. Wer früh genug reagiert, kann unter Umständen noch Überweisungen stoppen oder Schadensbegrenzung erreichen.
Sollten Sie unsicher sein, ob ein Kryptoinvestment seriös ist, oder haben Sie bereits investiert und vermuten Betrug, raten wir dringend, sich frühzeitig rechtlichen Rat einzuholen. Rechtsanwalt Matthias Schröder und unser erfahrenes Team stehen Ihnen zur Seite, um die rechtliche Lage zu prüfen und Ihre Interessen konsequent durchzusetzen. Kontaktieren Sie uns gerne – je schneller Sie handeln, desto größer sind die Chancen, Ihren Schaden zu begrenzen.
