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Landgericht Frankfurt am Main verurteilt Liechtensteiner Lebensversicherung zur Zahlung von rund 460.000 EUR nebst Zinsen.

LSS Rechtsanwaltsgesellschaft

Dem Fall zugrunde liegt der Abschluss einer fondsgebundenen Lebensversicherung mit dem in Liechtenstein ansässigen Lebensversicherer im Jahre 2013. Die vereinbarte Einmalprämie betrug Euro 500.000 und wurde im Oktober 2013 an die Lebensversicherung gezahlt. Ein Vermögensverwalter wählte Vermögensanlagen aus, die von der Liechtensteiner Lebensversicherung im eigenem Namen auf Rechnung der von der Kanzlei LSS Rechtsanwälte vertreten  Klägerin erworben wurden. Weite Teile der Anlage  werden von der Klägerin als wertlos angesehen. Mit anwaltlichen Schreiben widerrief die Klägerin am 4. Januar 2017 den Versicherungsvertrag und berief sich auf eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung. Das Landgericht Frankfurt am Main und hier die 23. Zivilkammer hat sich der diesbezüglichen Auffassung der Klägerin angeschlossen und festgestellt, dass die Klägerin einen Anspruch auf Zahlung von rund EUR 460.000  aus §§ 9 Abs. 1, 152 Abs. 2 VVG besitzt (LG Frankfurt am Main, Urt. v. 01.08.2019, 2-23 O 399/172). Der Vertrag unterliege deutschem Recht. Die Klägerin hatte den Lebensversicherungsvertrag nach Auffassung des Landgerichts wirksam widerrufen, da die Widerrufsfrist auch im Jahre 2017 noch nicht in Lauf gesetzt wurde. Entgegen § 8 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 VVG enthalte die Belehrung keine Information über die Rechtsfolgen des Widerrufs. Fehle diese Belehrung, beginne die Widerrufsfrist nicht. Nach § 9 Abs. 1 Satz 1 VVG hat die Beklagte Lebensversicherung den auf die Zeit nach Zugang des Widerrufs entfallenden Teil der Prämien zu erstatten, außerdem nach  9 Abs. 1 Satz 2 VVG die für das erste Jahr des Versicherungsschutzes gezahlten Prämien. In Fällen mit gezahlter Einmalprämie ist, wenn der Versicherungsfall nicht eingetreten ist, rechnerisch auf die bei Vertragsschluss zu erwartende Vertragsdauer abzustellen. Diese erwartbare Vertragsdauer ergibt sich bei Lebensversicherungen aus der statistischen Lebenserwartung der versicherten Person im Zeitpunkt des Vertragsschlusses. Ausgehend von der hier relevanten Lebenserwartung der versicherten Person (ca. 36 Jahre) stand der Versicherung lediglich ein sehr kleiner Anteil der Einmalprämie zu. Die für die außergerichtliche Vertretung und die Prozessführung verantwortlichen Anwälte Andreas Müller und Matthias Schröder (LSS Rechtsanwälte) sind mit dem Ausgang des Verfahrens äußerst zufrieden. Fondsgebundene Lebensversicherungen aus Liechtenstein werden teilweise für die Altersvorsorge und wegen vermeintlicher steuerlicher Vorteile erworben. „Wir empfehlen jedem Interessenten sich vor Abschluss des Vertrages genau anzusehen, wie die gezahlten Prämien angelegt werden. Im hier interessierenden Fall wurde die Prämie vom Verwalter zu rund 80 % in ein bestenfalls als Ramschanleihe zu bezeichnendes Wertpapier angelegt“, sagt der Frankfurter Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Matthias Schröder. Kunden können ihre Vertragsunterlagen auf die Übereinstimmung mit den rechtlichen Vorgaben durch Experten prüfen lassen und ggf. noch heute ihre Rechte geltend machen.      

LSS Rechtsanwälte unterhalten ein Dezernat für Kapitalmarktrecht, dass sich neben Anlagen, Krediten und Versicherungen auch mit Betrugsfällen beschäftigt.  

Schlechte Nachrichten für Kanada Real Estate Direkt-Anleger

Anwalt Frankfurt Kapital Börse Anlage

Schlechte Nachrichten für Kanada Real Estate Direkt-Anleger: Anleger des Kanada Real Estate Direkt-Investemts haben im Juni 2019 die Information erhalten, dass Zins- und Rückzahlungen aktuell wegen “Liquiditätsschwierigkeiten” des sog. Bauträgers nicht erfolgen können.

Die Steiner + Company GmbH & Co. KG hatte für das Investment der Direkt-Anleger der Kanada Real Estate eine schriftliche Unterlage erstellt, die u.a. für “Kanada – einer der sichersten und stabilsten Investitionsstandorte” wirbt. Zahlreiche bundesdeutsche Vermittler haben die Anlage in ihr Beratungsangebot aufgenommen.

Die Direkt-Anleger der Kanada Real Estate fanden in Werbeunterlagen unter anderem Aussagen vor wie:

“Eine Direktinvestition in ein Wirtschaftsgut, wie Grundstücke, Immobilien oder Eisenbahnwaggons, bietet, anders als bei geschlossenen Beteiligungen oder Fonds, die Möglichkeit, das direkte Eigentum zu erwerben. Dadurch reduzieren sich Kosten und Risiko, weil ein direktes Eigentumsverhältnis auch sofortigen Zugriff auf den Vermögensgegenstand ermöglicht.  Profitieren Sie mit Ihren Kunden vom Kauf eines Miteigentumsanteils an einem Grundstück im Resort „Forest Lakes Country Club“ in Nova Scotia, in der Nähe von Halifax.”

Haben die den Totalverlust fürchtenden Anleger tatsächlich Eigentum erworben? Das so soll jedenfalls bei vielen Beratungen so dargestellt worden sein. Das ist jedenfalls aus meiner Sicht zweifelhaft. Die Konstruktion aus Anwartschaften, Rückkaufverträgen und das Ganze kombiniert mit Auslandsbezug lässt eine einfache Deutung nicht zu. Das lässt jedenfalls erahnen, dass hier kein “sofortiger Zugriff auf den Vermögensgegenstand” möglich ist. So sehen wir das jedenfalls bei LSS Partner.

Für Anleger werden derzeit Inanspruchnahmen der Vermittler und Initiatoren geprüft.

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LSS Rechtsanwälte sind auf das Bank- und Kapitalmarktrecht und insbesondere auch auf Kapitalanlagebetrugsfälle spezialisiert.

Landgericht Stuttgart: Streit über Befangenheit eines Dieselskandal-Richters eskaliert

Die “Wirtschaftswoche” berichtet am 18.05.2019 über einen ggf. vorläufigen Höhepunkt des juristischen Tauziehens im Zusammenhang mit Aktionärsklagen gegen Porsche und gibt die Position der Kanzlei LSS wie folgt wieder:

“Die Anwaltskanzleien Tilp (Kirchentellinsfurt) und LSS (Frankfurt) erheben schwere Vorwürfe gegen das Gericht und fordern in bereits eingereichten, sogenannten Gehörsrügen, dass die Entscheidung über die Befangenheit rückgängig gemacht werden solle. Eine Gerichtssprecherin bestätigte gegenüber der Wirtschaftswoche den Eingang der Gehörsrügen.”

Handelsblatt berichtet über Anlegerskandal um Fußballverein Wacker Nordhausen

LSS Rechtsanwälte vertreten Geschädigte

Vor der Pleite des Klubs nahm Geschäftsführer Nico Kleofas hochverzinste Darlehen auf. Die Investoren lockte er mit Bürgschaften des Gips-Millionärs Carlo Knauf. Im Februar 2016 bliesen die Traditionsfußballer des FSV Wacker Nordhausen zum Angriff. Die dritte Liga sei das große Ziel, das Stadion solle dafür modernisiert werden. Ein besonderer Sponsor sollte Träume erreichbar machen: Der Gips- und Baustoffgigant Knauf aus dem unterfränkischen Iphofen. Die Milliardenumsätze des Weltkonzerns lasse die Fußballer hoffen, frohlockte die ‘Thüringer Allgemeine’ damals: ‘Knauf wird Wacker in der dritten Liga unterstützen. Über Summen spricht niemand, doch es dürften keine Peanuts sein.

Zwei Männer standen für diese Hoffnungen

Zwei Männer standen für diese Hoffnungen. Der umtriebige Vereinspräsident Nico Kleofas (46), der in Nordhausen ein Sicherheitsunternehmen führt. Und Carlo Knauf (52), den die Lokalpresse fälschlicherweise als ‘Chef des millionenschwerenWeltkonzerns Knauf’ vorstellte. Carlo Knauf ist ein Sohn des langjährigen Unternehmenschefs Nikolaus Knauf. Laut Handelsregister gehörten ihm bis 2016 rund 25 Millionen Euro der Kommanditanteile am Mutterunternehmen Gebr. Knauf KG. Dann schied er aus, zugleich trat die CK Familienstiftung mit gleicher Summe als Kommanditist ein. Geschäftsführer oder Vorstand beim Konzern war Carlo Knauf hingegen nie.

Die kommende Katstrophe

Rückblickend ist dieses kleine Missverständnis symptomatisch für die Katastrophe, die bald kommen sollte. Die großen Hoffnungen auf Spitzenfußball im Südharz machten viele Akteure in Nordhausen blind für Realitäten. Der Aufstieg in die dritte Liga wurde mehrfach verpasst, wenn auch knapp. Heute ist die Spielbetriebsgesellschaft der ersten Mannschaft pleite. Sie meldete im Dezember Insolvenz an. In der Kasse sollen bis zu zehn Millionen Euro fehlen, um die Gläubiger zu bedienen. Das ist eine gigantische Summe für die vierte Liga. Die Verantwortung für die Krise hat Präsident Kleofas öffentlich übernommen. Ihm sei es als Geschäftsführer der Spielbetriebsgesellschaft nicht gelungen, ausreichend Sponsoren aufzutreiben. Trotzdem will Kleofas Präsident bleiben und den Verein zurück in die Erfolgsspur führen. Nur kommen nun scheibchenweise neue Vorwürfe ans Licht.

Dunkle Schatten auf Kleofas und dessen Sponsoren

Und auf Kleofas und seinen Sponsor Knauf fallen plötzlich dunkle Schatten. Informationen des Handelsblatts zufolge haben mehrere Investoren vor der Insolvenz mit der Spielbetriebsgesellschaft kurzfristige Darlehen gegeben, für die Carlo Knauf die Bürgschaft übernahm. Dann passierte Überraschendes: Erst blieb Wacker Nordhausen die Rückzahlung schuldig. Dann bestritt Carlo Knauf über seine Anwälte, die Bürgschaftsurkunden je unterzeichnet zu haben. Eine Investorin ist Annie Loosen, die Geschäftsführerin eines gut gehenden Frankfurter Immobilienunternehmens. Sie sei über Spieler im Sommer auf den Verein aufmerksam gemacht worden.

Kleofas bat uns um Darlehen

‘Kleofas hat uns um Darlehen gebeten, weil er damit Eigenkapital generieren wollte, um wiederum Fördergelder vom Land Thüringen zu sichern’, sagt sie. Die Konditionen waren reizvoll. 500.000 Euro in zwei Tranchen, acht Wochen Laufzeit, 23 Prozent Zinsen. Und das alles bei null Risiko. ‘Kleofas schickte uns die Bürgschaften von Herrn Knauf, da haben wir uns drauf verlassen.’ Im Juli war der Deal perfekt. Im Oktober sei das böse Erwachen gefolgt. Statt Geld habe es von Kleofas nur Vertröstungen gegeben. Ein Versäumnisurteil des Landgerichts Mühlhausen kam im Januar zu spät, die Spielbetriebsgesellschaft war schon pleite. ‘Als wir die Bürgschaft gezogen haben, platzte die Bombe’, sagt Loosen. Knaufs Anwälte schrieben im Januar plötzlich: ‘Der Beklagte hat die Bürgschaftsurkunde nicht unterzeichnet.

Darlehensgeber wollen ihr Geld zurück

Ähnlich kurzfristige Darlehen haben im Sommer zwei weitere Investoren der Gesellschaft von Nico Kleofas gegeben. Die Namen sind dem Handelsblatt bekannt. Ihren Frankfurter Anwalt Matthias Schröder aus der Kanzlei LSS Rechtsanwälte überrascht vor allem, wie lange sich Knauf Zeit ließ, um abzustreiten die Bürgschaften unterzeichnet zu haben. So abwegig wie dieses Verhalten auch sein mag, dem potenziellen Täter hat er hierdurch vier Wochen Zeit verschafft, in denen dieser auch Spuren verwischen konnte.

Schröder vertritt seit 1999 Profifußballer

Bei seinen Mandanten, die selbst auch gekickt haben, geht es um 350.000 Euro und um 100.000 Euro. Offenbar schickte Kleofas auch Spieler des Vereins auf Anlegersuche. Besondere Prominenz schaltete er ein, um einen Leverkusener Mittelständler für einen sechsstelligen Überbrückungskredit  zu gewinnen. Ex-Nationalspieler Ulf Kirsten soll den Deal angebahnt haben, wie die ‘ThüringerAllgemeine’ berichtete. Auch dieses Geld sei nicht zurückgeflossen, schreibt die Zeitung, weshalb die Leverkusener den Präsidenten angezeigt hätten. Annie Loosen sagte dem Handelsblatt, dass sie Knauf und Kleofas anzeigen werde. Matthias Schröder stellte im Namen seiner Mandanten Strafanzeige zunächst nur gegen Knauf. Die Staatsanwaltschaft Mühlhause bestätigte den Eingang von mehreren Anzeigen. Sie hat das Landeskriminalamt mit Ermittlungen beauftragt. Die alles entscheidende Frage: sind dieUnterschriften echt oder nicht?

Kleofas und Knauf schweigen

Die Betroffenen Kleofas und Knauf schweigen. ‘Die zuständige Insolvenzverwaltung ist mit der Angelegenheitbefasst’. Insolvenzverwalter Peter Staufenbiel möchte die strafrechtlichen Aspekte jedoch nicht kommentieren. Der Anwalt von Carlo Knauf teilt nur mit, dass sein Mandant als ‘Geschädigter’ zu laufenden Verfahren keine Stellungnahme abgeben möchte. Auch Knauf hat eine Anzeige erstatten lassen. Seine Anwälte berufen sich auf ein Gutachten eines Sachverständigen für Handschriften, das die Knauf-Seite beauftragt hat und das dem Handelsblatt vorliegt. Mehrere Unterschriften auf Bürgschaftsurkunden aus ‘gleichgelagerten Fällen’ hat der Gutachter analysiert. Der Fachmann hat sich Schrifttypen, Minuskel, Majuskel, horizontale und vertikale Ausdehnung, alle Schwünge und Bögen genau angesehen. Somit ist sein Fazit: Die Unterschriften stammten ‘mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht aus der Hand des Herrn Carlo Knauf.’ Er folgert, dass es sich um ‘in zügigem Schreibtempo gefertigte Freihandfälschungen’ handele. Außerdem sei er auf ‘identische Reproduktionen’ gestoßen, was auf Montagen hin deute. Das sind das keine guten Nachrichten für die Investoren.

Vereinspräsident droht weiterer Ärger

Auch dem Vereinspräsidenten droht weiterer Ärger. Die Anwälte von Knauf ließen auch die Unterschriften auf zwei Überweisungsträgern über insgesamt 425.000 Euro der Kreissparkasse Nordhausen untersuchen und auch den Schriftzug auf einem Rahmenvertrag als Kreditnehmer. In allen acht Fällen hat der Gutachter Abweichungen festgestellt, die ‘als atypisch für die Zeichnungsweise des Herrn Knauf angesehen werden können’. Ob das Gutachten vor Gericht bestand hat, bleibt abzuwarten. Als sei das noch nicht schlimm genug, hat sich die Knauf-Gruppe vom Sponsoring beim Verein distanziert. Schon im Dezember teilte sie öffentlich mit: ‘Unternehmen der Knauf-Unternehmensgruppe haben den FSV Wacker Nordhausen zu keiner Zeit in nennenswertem Umfang finanziell unterstützt.’ Lediglich die Knauf Deutsche Gipswerke mit Sitz in Rottleberode habe dem FSV in den vergangenen Jahren kleinere Materialspenden zugewendet und 2015 einmal 10.000 Euro gewährt.

9 Punkte Abzug wegen der Insolvenz

Aufgrund der Insolvenz hat Wacker Nordhausen neun Punkte abgezogen bekommen. Daher haben viele Spieler haben den Verein verlassen. Der Spielbetrieb geht weiter. Eine Rumpftruppe soll den Abstieg verhindern. Die Chancen dafür stehen gar nicht so schlecht, wahrscheinlich besser, als die der Darlehensgeber, ihr Geld wieder zu sehen.

Der obige Artikel wurde von Lars-Marten Nagel für das Handelsblatt Online vom 7.02.20 verfasst und veröffentlicht.

Den Artikel finden Sie unter folgendem Link:

https://www.handelsblatt.com/unternehmen/mittelstand/familienunternehmer/gips-millionaer-carlo-knauf-missbrauchte-buergschaften-anlegerskandal-um-viertligist-wacker-nordhausen/25519654.html

Kapitalanlagebetrug “netkasse”

LSS Rechtsanwälte warnen vor der Geschäftsbeziehung zu einem Unternehmen, das unter der Bezeichnung netkasse bzw. netkasse.com auftritt und Privatanleger telefonisch zu Investitionen in Fianzanlagen verleitet. Überweisungen sollten/sollen auf verschiedene u.a. deutschen Banken erfolgen. Die handelnden Personen bedienen sich bekannter betrügerischer Methoden, um immer wieder neue Zahlungen zu erhalten. Erforderliche behördliche Erlaubnisse existieren erkennbar nicht. Weitere Informationen erteilt RA Matthias Schröder, LSS Rechtsanwälte.

 

LSS Rechtsanwälte unterhalten in Frankfurt am Main ein spezialisiertes Dezernat für Anlagebetrug.

Interview Matthias Schröder mit FUCHS|RICHTER Prüfinstanz

MiFID II
Matthias Schröder

Kunden hinterfragen zunehmend Leistungen

Die 2018 in Kraft getretene europäische Regulierungs-Richtlinie für Vermögensverwalter, MiFID II, hat in der Summe vor allem enorme Kostensteigerungen für die Banken gebracht. Die Kunden haben kaum adäquat davon profitiert. Positive Entwicklungen sind aus Kundensicht dennoch zu vermelden. Sie speisen sich aber (auch) aus anderen Entwicklungen, resümmiert Rechtsanwalt Matthias Schröder im Gespräch mit Elke Pohl. Die Fachjournalistin sprach im Auftrag der FUCHS|RICHTER PRÜFINSTANZ mit dem Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht in Frankfurt am Main.

FUCHS|RICHTER PRÜFINSTANZ: Wie wirkt sich MiFID II auf die Kundenzufriedenheit aus?

RA SCHRÖDER: Die Anforderungen sind klarer und die juristischen Konsequenzen – wenn dagegen verstoßen wird – sind für die Institute verheerend. So müssen Banken und Vermögensverwalter insgesamt besser dokumentieren. Die Kundenzufriedenheit hat meines Erachtens aber nichts mit den MiFID II-Regelungen zu tun. Kundenzufriedenheit erkennen wir überall dort, wo unkomplizierter Zugang zu Bankprodukten gewährt wird, barrierefrei ohne Medienbrüche und dadurch mit erhöhtem Komfort. Die Regulierung hat bei uns zu neuen Aufträgen in der anwaltlichen Beratung geführt. Wir sind da nicht nur auf der Kunden-, sondern auch auf der Verwalterseite tätig.

Wie hat sich die Fallzahl der Kundenklagen entwickelt?

Die Zahl der Kundenklagen ist absolut rückläufig. Dass hier alternativ Ombudsmannverfahren angestoßen werden würden oder diese gar zu Lösungen führen und somit die Inanspruchnahme der Gerichte verhindern, halte ich für ausgeschlossen. Wir erleben die Ombudsmannverfahren insgesamt als langsam, ineffizient und leider auch zumeist ohne jedes Ergebnis. Unsere Kanzlei nutzt ein solches Verfahren höchstens, um einmal die Verjährung zu hemmen.

Worauf führen Sie die Entwicklung zurück? Wirkt die Regulierung?

Man sollte nie vergessen, die staatliche Regulierung ist im Ergebnis ein Instituts- und kein Kundenschutz. Die Institute sind zum Beispiel angehalten, sich Gedanken über die Geeignetheit der Produkte für die Kunden zu machen und dies zu dokumentieren. Wir erleben hier, dass dies bezogen auf Kunden auch dazu führt, dass sie sich schlauer bzw. risikofreudiger geben, als sie es möglicherweise sind.

Was sind die häufigsten Anlässe für Klagen heute? Wie hat sich das gewandelt?

Der Grund für jede Klage ist ein Verlust. Dies ist heute nicht anders als vor 20 Jahren. Was wir kaum noch sehen, sind Verstöße gegen die Anlagerichtlinien. Hier hat der Einsatz moderner EDV und die Digitalisierung dazu geführt, dass prozentuale Grenzen leichter eingehalten werden können. Im Übrigen werden die alten Anlagegrenzen heute geschickter und weiter gefasst.

Welche weiteren Beobachtungen haben Sie gemacht?

Erfreulich ist die Kostentransparenz. Wir schauen hier genau hin, wie die Institute damit umgehen. In der Konsequenz heißt dies, hin zu ETFs und weg von aktiv gemanagten Fonds. Bei verwalteten Vermögen von über einer Million Euro werden Kosten von mehr als 1,5 Prozent fast schon als inakzeptabel angesehen. Dies war vor fünf Jahren noch ganz anders. Hohe Kosten müssen gut begründet- und gerechtfertigt werden. Natürlich gibt es Leistung, für die man bezahlen muss. Diese Leistung wird nun aber zunehmend hinterfragt.

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Interessante Artikel des Handelsblatts zum Themenkomplex Piccor, Picam, Piccox

https://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/recht/betrugsskandal-die-bafin-vermutete-unregelmaessigkeiten-bei-piccor-bereits-2014-und-schaute-weg/24167294.html?ticket=ST-1992232-haTuH1AFlYfi1g4emwPU-ap1

https://www.handelsblatt.com/finanzen/steuern-recht/recht/grauer-kapitalmarkt-fall-picam-schlechte-beratung-mit-folgen/24344488.html

Insolvenzantrag bei drei P & R Firmen – mindestens 50.000 Conatiner-Anleger betroffen

Das  “Handelsblatt” hat am heutigen 19.03.2018 als erstes Medium die schlechte Nachricht veröffentlicht. Das Amtsgericht München bestellte am Montag den Rechtsanwalt Michael Jaffé und dessen Kanzleikollegen Philip Heinke zu vorläufigen Insolvenzverwaltern. Der Insolvenzantrag soll bereits am vergangenen Donnerstag gestellt worden sein. Betroffen sind drei Firmen aus dem P & R-Imperium. Gemäß der Pressemitteilung des Insolvenzverwalters Dr. Michael Jaffé
als vorläufiger Insolvenzverwalter der P&R Container Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, Grünwald, und der P&R Gebrauchtcontainer Vertriebs- und Verwaltungs-GmbH, Grünwald und
Rechtsanwalt Dr. Philip Heinke
Vorläufiger Insolvenzverwalter der P&R Container Leasing GmbH, Grünwald stellten drei
P&R Container-Verwaltungsgesellschaften Insolvenzantrag. Der Betrieb soll zur Sicherung der Vermögenswerte weltweit fortgeführt werden, um die Basis für eine geordnete Verwertung zu schaffen. Die Bestandsaufnahme laufe.

Für die Anleger bleibt in Bezug auf die P & R Gesellschaften im Moment nichts anderes übrig als abzuwarten. Ein eigenhändiger Verkauf der Container außerhalb des Verfahrens ist ausgeschlossen. Geschädigte Anleger können gleichwohl zur Anmeldung, Prüfung und Durchsetzung Ihrer Ansprüche anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen. Daneben können ggf. Ansprüche gegen Vermittler und Berater geltend gemacht werden, wenn die Risiken solcher Anlagen den Investoren nicht deutlich gemacht wurden. LSS Rechtsanwälte haben bereits zahlreiche Fälle von Falschberatung durch Vermittler und beratende Banken zur Prüfung vorliegen.

Im Wortlaut Pressemitteilung des Insolvenzverwalters: Read more

P & R stellt Container-Investments ein – Handelsblatt berichtet über mögliche Schwierigkeiten

Standardisierte Container: Für den Güterverkehr unerlässlich

Standardisierte Container sind im Güterverkehr unerlässlich. Auf dem Seeweg erfolgt der Handelstransport weltweit fast nur unter Einsatz von standardisierten Containern. Schon seit mehr als 20 Jahren sind auch „Investments in Container“ in Deutschland bekannt.

Es gibt bei diesen Investments unterschiedliche Anlageformen. Manche investieren in einen Fonds (Containerfonds). Andere investieren aber auch in den Direkterwerb von Schiffscontainern. Somit haben Anbieter, angepasst an die Vorlieben der Kunden, auch ein dementsprechend großes Angebotsportfolio. Je größer das Portfolio, desto schwerer der Überblick. Vor- und Nachteile sind nicht mehr einfach zu erkennen.

Container sind dabei üblicherweise beim Direktinvestment einzelnen Investoren zugeordnet. Dabei erhalten die Investoren eine vereinbarte Sollmiete. Diese wird z.B. jährlich bezahlt. Zum vereinbarten Laufzeitende der Investition, erwirbt der Anbieter die Container vom Anleger zurück. Die Anbieter kaufen die Container mit Abschlägen um 45 % des Neupreises zurück. Dabei liegt die Laufzeit in der Regel unter 10 Jahren.

Hohe Renditen

Die versprochenen und in der Vergangenheit auch oft erzielten Renditen liegen aktuell erheblich über dem Kapitalmarktniveau.

In der Vergangenheit hat es in Deutschland bislang erst einen bekannten Fall von ernsthaften Problemen bei solchen Containerinvestmenst gegeben. Damals kam es zu Nachverhandlungen bei denen die Investoren einer Mietreduzierung zustimmen sollten.

Die Risiken solcher Conatinerinvestments sind vielfältig und können enorme Auswirkung haben. Gleichwohl wurden solche Anlagen in der Vergangenheit als nahezu risikoloses Investment vertrieben.

P&R – Too big to fail?

Das Handelsblatt berichtet am 09.03.2018 über die Einstellung von Neuinvestments durch die P&R Transport-Container GmbH, dem Marktführer solcher Anlagen. P&R ist mit 50 000 Kunden und einem Investmentvolumen von 3,5 Mrd. Euro der größte Anbieter für Direktinvestments in Schiffscontainer. 5 % des weltweiten Containerbestandes soll P&R ausgeliefert haben. Somit können einer wirtschaftlichen Schieflage des Unternehmens Millionenschäden folgen.

Bereits jetzt teilt P&R seinen Kunden mit, dass fällige Mieten und Rückzahlungen verspätet gezahlt werden. Denn für die Vielzahl an zurückfließenden Container, braucht es auch eine entsprechend große Zahl Abnehmer. Das berichtet jedenfalls das Handelsblatt.

Schnelle Hilfe bedeutet anwaltliche Unterstützung

Anleger tun gut daran, sich bei Abschluss solcher Verträge anwaltlich zu beraten. Besonders wichtig ist das für Kunden, die sich bereits falsch beraten fühlen oder das persönliche Risiko nicht kannten. Vertrauen Sie ihrem Bauchgefühl!

Wir bei LSS führen seit vielen Jahren ein Dezernat für Bank- und Kapitalmarktrecht. Dabei waren wir in allen relevanten Anlageskandalen erfolgreich für unsere Mandanten tätig. Gerne helfen wir auch Ihnen dabei Ansprüche zu evaluieren und geltend zu machen.